Auf dem Weg zur Arbeit…

…gibt es immer wieder interessantes zu entdecken. Das Hotel, mit dem ich mich immer noch begnügen, d.h. von dem ich mich immer noch verwöhnen lassen muss – was hoffentlich nicht abhängig macht -, ist eine knappe halbe Stunde Fußweg vom Büro der Hilfsorganisation ADRA entfernt. Per Taxi in 10 min. und für 1500 Kyat (sprich Tschat), einen knappen Euro, zu erreichen. Doch dafür mit extrem eingeschränktem Erlebnishorizont. Eine zweite Möglichkeit ist das dreirädrige Fahrradtaxi, eine geniale Erfindung, auf die ich später noch eingehen werde…

Zu Fuß ist es meiner Meinung nach aber vor einem sitzreichen Tag am ansprechendsten. Da kann man dann am halb acht in die vielen kleinen Straßencafe´s und -stände schauen und den einen oder anderen netten Blickaustauschen. Die lokale Kost ist zwar nicht immer meine Leibspeise, doch die Varianten der Zubereitung und Präsentation dafür durchaus fotogen. Mit mir sind jeden Morgen die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu Schule: standardmäßig in grün-weiß und mit kleiner dreiteiliger runder Brotbüchse bzw. Essnapf, den Brot gehört hier zu nicht zum Speiseplan und wenn, dann nur in kolonialer Ausprägung. Da diese auf Briten zurückgeht, freut sich der deutsche Gaumen nur begrenzt über das weiße Leichte… Neben den lieben Schülern ist natürlich noch eine Menge anderer Leute und unter ihnen eine erhebliche Zahl Uniformierter unterwegs, traditionell größtenteils auch zu Fuß (Beleibte gibt´s hier kaum) oder eben mit dem Fahrrad. Die ganze Stadt ist eigentlich schon auf den Beinen und mit ihr jede Menge vierbeinige Gesellen, die in Burma einen außergewöhnlichen Status besitzen: die Straßenhunde.

Eigentlich das falsche Wort für diese respektablen Wesen, deren Blick selbst sich schon deutlich von deren Mitgenossen anderer Erdteile unterscheidet. Stolz und selbstsicher liegen, stehen oder treten sie vor Vorbeifahrende hin, als ob ihnen ein Wegezoll zusteht. Durch vieles Bellen muss man sich hier auch nicht herabwürdigen, zumindest nicht am Tag. Dafür umso mehr nachts und dann im Chor! Beißen braucht man ebenso nicht, denn das Essen bekommt man als Mitglied der buddistischen Lebensgemeinschaft abends auf einer Zeitung am Straßenrand serviert. Ich war sehr verwundert und zugleich berührt, als ich eines Abends nach der Arbeit im Dunkeln zurückkehrte und am Straßenrand ein Zeitung mit einem Häufchen Reis neben der anderen liegen sah…

So geht es vorbei an kleinen armseligen Hütten neben Hochhäusern mit Schaufenstern und Werbung, die dem Westen nicht weit nachsteht über vertretsichere Fußwege und bepfützte Straßenränder vorbei einer Festung hinter Beton und Stacheldraht und einem Bild mit Kremltürmen drauf – die russische Botschaft – über ein paar Kreuzungen mit deutlich erhöhtem Aufmerksamkeitsbedarf bis wieder in einen Slum hinein, neben dem sich das Büro in einem feinen Hochhaus befindet…

Der Staßenverkehr respektiert Fußgänger generell in akzeptablem Maße, was wegen des technisch fragwürdigen Zustands vieler zumindest äußerlich noch aus Kolonialzeiten stammenden Vierrädrer auch angemessen ist. So erreiche ich in der Regel kurz vor acht das Office – leicht feucht, denn wenn einen nicht der erste Regen erwischt hat, so ist es der erste Schweiß. Und darüber hinaus viele Blicke neugieriger Jungs und Mädels aber auch Erwachsener, die aufgrund der doch noch relativ geringen Anzahl von Ausländern verstehbar werden…

stadtrundblick

Hab hier ein Video eingefügt. Einfach mal auf den Link oben klicken…

Ein Kommentar zu “Auf dem Weg zur Arbeit…”

  1. Fahrrad-Infos » Blog Archive » Re: Leider, leider… - Segway erwartet bundesweite Zulassung ab…

    [...] > > wird dieser Geltungstriebwagen hier überhaupt zugelassen. > > Einfach weg den Scheiss. > > Braucht keiner, kriegt keiner, ist zu gefährlich. > > Genau wie eine [...]